Wissenswertes zum ...Vertrauensanwalt

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Und hier die passenden Antworten

Frage: Welche Aufgaben hat der Vertrauensanwalt?
Antwort: Beschäftigte haben das Recht, auf Umstände hinzuweisen, die auf eine Verletzung von Gesetzen oder internen Regeln schließen lassen. Der Vertrauensanwalt nimmt diese Hinweise entgegen. Er bietet einen rechtlich geschützten und vertraulichen Bereich außerhalb des Unternehmens an. Er klärt die Hinweisgeberin/ den Hinweisgeber über ihre/ seine Rechte und das weitere Vorgehen auf. Nur mit dem Einverständnis der Hinweisgeberin / des Hinweisgebers  leitet der Vertrauensanwalt den Hinweis an seinen Ansprechpartner im Unternehmen weiter.

Der Vertrauensanwalt kann als Vertrauensperson in den Vorgang einbezogen werden. Er steht dem Hinweisgeber jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung.

 

Frage: Wer kann sich an den Vertrauensanwalt wenden?
Antwort: Alle Beschäftigten und Externe, wie Lieferanten oder Dienstleister, können sich an den Vertrauensanwalt wenden.

 

Frage: Welche Hinweise nimmt der Vertrauensanwalt entgegen?
Antwort: Der Vertrauensanwalt nimmt Hinweise auf Gesetzesverletzungen und interne Verstöße entgegen. Ziel ist vor allem die Aufklärung und Verhinderung von Wirtschafts¬straftaten, Bilanzdelikten und Vermögens-schädigungen. Aber auch alle Verstöße gegen den Verhaltenskodex, z.B. Diskriminierungen, können berichtet werden.

 

Frage: Kann ich sicher sein, dass der Vertrauensanwalt nur soweit Informationen weitergibt, wie ich es  ihm erlaube?
Antwort: Ja. Allein der Hinweisgeber entscheidet darüber, welche Informationen er an den Vertrauensanwalt gibt und welche Informationen der Vertrauensanwalt im zweiten Schritt an das Unternehmen weitergeben soll. Nur bei missbräuchlicher Verwendung, d.h. bei vorsätzlich falschen Hinweisen, ist der Vertrauensanwalt befugt, auch gegen den Willen des Hinweisgebers Informationen weiterzugeben. Darüber klärt der Vertrauensanwalt beim ersten Kontakt auf.

 

Frage: Kostet es mich etwas, wenn ich den Vertrauensanwalt in Anspruch nehme?
 Antwort: Nein, der Vertrauensanwalt kann von jedem kostenfrei in Anspruch genommen werden.

 

Frage: Kann ich mich auch anonym an den Vertrauensanwalt wenden?
Antwort: Ja, Hinweisgeber können sich auch anonym an den Vertrauensanwalt wenden. Das gilt schon bei der     ersten Kontaktaufnahme mit dem Vertrauensanwalt. Soweit gewünscht, wahrt der Vertrauensanwalt     anschließend gegenüber dem Unternehmen die Anonymität des Hinweisgebers.

 

Frage: Was passiert mit meinem Hinweis?
 Antwort: Dem Hinweis wird unter Beachtung von Gesetz und den internen Regeln sowie unter Berücksichtigung     der Belange aller Beteiligten nachgegangen. Dazu leitet der Vertrauensanwalt den Hinweis nach vorhe¬    riger Prüfung an seinen Ansprechpartner im Unternehmen, in der Regel an das Compliance Team,     weiter.

 

Frage: Wer führt die Untersuchung durch?
 Antwort: Die zuständige Stelle, zum Beispiel Compliance oder der Datenschutzbeauftragte, führt die Untersuchung     durch. Soweit der Hinweis plausibel ist, besteht die Pflicht zur Untersuchung. Über die Art und Weise des     Vorgehens entscheidet die zuständige Stelle unter Berücksichtigung der Belange aller Beteiligten. Das     schließt auch ein, darüber zu entscheiden, wann der/die Vorgesetzte oder die Geschäftsleitung     eingebunden werden darf.

 

Darf ich den Vertrauensanwalt zum Stand des Verfahrens kontaktieren?
Antwort: Der Hinweisgeber kann sich jederzeit beim Vertrauensanwalt über den Sachstand informie¬ren. Über die     Einleitung einer Untersuchung sowie mindestens über den Abschluss des Vorgangs wird der     Hinweisgeber durch den Vertrauensanwalt im Rahmen des rechtlich Zulässigen unterrichtet.

 

Frage: Wird der Vertrauensanwalt „mein Anwalt“, wenn ich Kontakt mit ihm aufnehme?
Antwort: Nein, der Vertrauensanwalt darf einen Hinweisgeber nicht in einem behördlichen oder gerichtlichen     Verfahren vertreten. Deshalb kann und darf der Vertrauensanwalt auch keine Schritte einleiten, um die     individuellen Rechte oder Ansprüche des Hinweisgebers gerichtlich durchzusetzen.

 

Frage: Ist der Vertrauensanwalt tatsächlich unabhängig?
Antwort: Ja. Der Vertrauensanwalt wird als selbständiger und unabhängiger Rechtsanwalt tätig und unterliegt     keinen Anweisungen durch das Unternehmen hinsichtlich der inhaltlichen Sach¬behandlung. Der     Vertrauensanwalt entscheidet nach eigener pflichtgemäßer Prüfung, ob und inwieweit er einen ihm     unterbreiteten Sachverhalt an das Unternehmen weitergeben darf.

 

Frage: Wie erfolgt die erste Kontaktaufnahme?
Antwort: Die erste Kontaktaufnahme kann über die veröffentlichten Kanäle (u.a. Telefon, E-Mail, SMS, Fax, Post,     Plattform www.report-tvh.de) oder auch in einem persönlichen Gespräch erfolgen.

 

Frage: Kann ich mich auch weiterhin an die bisher zuständigen Stellen im Unternehmen wenden?
 Antwort: Ja. Jedem Mitarbeiter stehen weiterhin sein Vorgesetzter, das Compliance Team, der Betriebsrat, der     juristische Bereich und natürlich auch die Geschäfts¬leitung als Ansprechpartner zur Verfügung.

 

Frage: Bin ich als Hinweisgeber geschützt?
Antwort: Ja. Der Hinweisgeber ist geschützt. Jede gegen den Hinweisgeber gerichtete Vergeltungshandlung wird nicht toleriert.

 

Frage: Wie wird einem Missbrauch der Einrichtung (Denunziantentum) vorgebeugt?
Antwort: Trotz immer wieder geäußerter Skepsis sind Fälle des Denunziantentums bei der Bestellung eines Vertrauensanwalts sehr selten. Dennoch klärt der Vertrauensanwalt den Hinweisgeber zu Beginn des     Gesprächs darüber auf, dass ein Missbrauch des Hinweismanagements nicht toleriert wird und der     Vertrauensanwalt bei einem vorsätzlichen, also wissent¬lichen, Missbrauch verpflichtet ist, die Personalien     des Hinweisgebers an das Unternehmen weiterzugeben. In jedem Fall drohen Mitarbeitern bei     vorsätzlichem Missbrauch des Hinweis¬managements disziplinarrechtliche Konsequenzen.  

 

Frage: Wie werden Datenschutz und Datensicherheit eingehalten?
Antwort: Der Vertrauensanwalt stellt die Einhaltung der gesetzlichen Aufbewahrungspflichten und der     datenschutzrechtlichen Bestimmungen sicher. Die erhobenen personenbezogenen Daten beschränken     sich auf Angaben zur Identität des Hinweisgebers und der betroffenen Person(en). Der     Datenschutzbeauftragte des Unternehmens prüft regelmäßig die Datenschutzkonformität des     Hinweismanagements.

 

Frage: Wird mir sofort gekündigt, wenn ich von einem Hinweis betroffen bin?
Antwort: Nein. Es gilt die Unschuldsvermutung. Jedem Hinweis wird unter Beachtung von Gesetz und den internen     Regeln sowie unter Berücksichtigung der Belange aller Beteiligten nachgegangen. Erst nach Abschluss     des Vorgangs wird über mögliche Maßnahmen entschieden.

 

Frage: Was passiert, wenn ich einen Hinweis gebe, dieser sich abschließend aber als falsch herausstellt?
Antwort: Soweit der Hinweis in guter Absicht, d.h. nicht vorsätzlich falsch, gegeben wurde, muss der Hinweisgeber keinerlei Konsequenzen befürchten.

 

Frage: Muss ich mich an den Vertrauensanwalt wenden, wenn ich eine Gesetzesverletzung vermute?
Antwort: Nein, die Inanspruchnahme des Vertrauensanwaltes ist freiwillig. Er ist als zusätzliche Anlaufstelle eingerichtet worden.

 

Frage: Kann ich den Vertrauensanwalt auch persönlich aufsuchen?
Antwort: Ja. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, den Vertrauensanwalt persönlich aufzusuchen und ein vertrauliches Gespräch zu führen.

 

Frage: Darf ich den Vertrauensanwalt während der Arbeitszeit kontaktieren oder sogar aufsuchen?
Antwort: Ja.

 

Frage: Werden mir anfallende Reisekosten vom Unternehmen ersetzt?
Antwort: Ja, notwendige und angemessene Reisekosten werden vom Unternehmen ersetzt. Die Abwicklung wird     vom Vertrauensanwalt übernommen, so dass auch hier die Anonymität – soweit erforderlich - gewahrt bleibt.  

 

Frage: Werde ich benachrichtigt, wenn mein Hinweis abgearbeitet worden ist?
Antwort: Ja. Spätestens nach Abschluss des Vorgangs wird der Hinweisgeber durch den Vertrauensanwalt im     Rahmen des rechtlich Zulässigen über das Ergebnis unterrichtet.

 

Frage: Muss der Vertrauensanwalt meine Identität preisgeben, wenn er in einem Straf- oder Zivilverfahren als Zeuge vernommen wird?
Antwort: Nein. Sollte der Vertrauensanwalt in einem Straf-, Zivil- oder sonstigen Verfahren als Zeuge vernommen   werden, wird er den Namen und die Identität des ratsuchenden Hinweisgebers nur dann offenbaren, wenn     ihm dies sowohl vom Unternehmen als auch von dem Hinweis¬geber ausdrücklich gestattet worden ist.

 

Frage: Kann ich mich an den Vertrauensanwalt wenden und erst am Ende des Gesprächs entscheiden, ob der Sachverhalt und/oder meine Personalien an das Unternehmen weiter-gegeben werden?
Antwort: Ja. Der Vertrauensanwalt kann zunächst völlig vertraulich kontaktiert werden. Der Vertrauensanwalt klärt     den Hinweisgeber über seine Rechte zu Beginn des Gespräches auf. Erst am Ende des Gespräches     entscheidet der Hinweisgeber dann, ob und in welcher Form die Informationen an das Unternehmen     Gruppe weitergegeben werden sollen.

 

Frage: Soll ich mich auch an den Vertrauensanwalt wenden, wenn ich mich selbst strafbar gemacht haben könnte?
Antwort: Der Vertrauensanwalt kann auch dann kontaktiert werden, wenn sich der Hinweisgeber selbst strafbar gemacht haben sollte. Zum einen kann der Vertrauensanwalt den Hinweisgeber über seine Rechte aufklären, zum anderen wird eine Selbstanzeige im Rahmen des bestehenden Arbeitsverhältnisses positiv bewertet und kann in einem möglichen späteren Gerichts¬verfahren strafmildernd wirken.

 

Frage: Ist der Vertrauensanwalt verpflichtet, den Hinweis auf eine Straftat unmittelbar an die Staatsanwaltschaft weiterzugeben?
Antwort: Nein. Nur in eng umgrenzten Ausnahmefällen bei wirklich schwerwiegenden Straftaten besteht für jeder-    mann die Pflicht, den Hinweis auf eine Straftat an eine Staatsanwaltschaft weiterzugeben.

 

Frage: Wie wird ein Hinweis bearbeitet, von dem der Ansprechpartner im Unternehmen selbst betroffen ist?
Antwort: In diesem Fall kann sich der Vertrauensanwalt unmittelbar an die Geschäftsleitung des Unternehmens  wenden.

 

Frage: Wie lange dauert es, bis ein Ergebnis vorliegt?
Antwort: Das kann nicht allgemeingültig beantwortet werden. Es gibt Hinweise, die innerhalb von wenigen Stunden abschließend bearbeitet werden können. Bei umfangreichen Unter¬suchungen kann die Bearbeitung mehrere Wochen dauern.

 

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