Fünf Punkte, die Sie über Leitungsschutz wissen müssen

Wer an Stromleitungen arbeitet, muss ein paar Vorkehrungen treffen. Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengestellt. 

Wird eine Leitung beschädigt, können ganze Ortschaften und Stadtgebiete von der Energieversorgung abgeschnitten sein. Darüber hinaus gefährdet die kaputte Leitung Baustellenmitarbeiter und Anwohner. Verschulden Sie eine Beschädigung, kann Sie das teuer zu stehen kommen. Daher ist es wichtig, dass Sie sich mit dem Leitungsschutz auseinandersetzen, bevor Sie bauliche Maßnahmen treffen. Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie auf den Punkt gebracht. 

Als Bauausführender müssen Sie sich über den Verlauf von Versorgungsleitungen erkundigen, bevor Sie mit der ersten Baumaßnahme auf privaten oder öffentlichen Grundstücken beginnen. 
Kontaktieren Sie uns für Ihre Planauskunft rechtzeitig, damit wir Ihnen die Lagepläne zur Verfügung stellen können. Diese müssen den geplanten Arbeitsbereich komplett umfassen. Gerne können Sie hierfür auch unseren Online-Service nutzen.

Weitere Informationen zur Erkundigungspflicht finden Sie in unseren Leistungsschutzanweisungen

Das Versorgungsnetz dient der öffentlichen Energieversorgung. Daher ist es wichtig, die Versorgungsanlagen vor äußeren Einflüssen zu schützen. Für Ihre Baumaßnahmen bedeutet das: Müssen Sie Kabel freilegen, ist eine Rücksprache mit uns als zuständiger Betriebsstelle zwingend notwendig. 

Senden Sie uns mindestens zwei Wochen vor Durchführung Ihrer Maßnahme eine E-Mail an kundencenter@pfalzwerke-netz.de. 

Weitere Informationen haben wir für Sie in unseren Leistungsschutzanweisungen zusammengestellt. 

Möchten Sie eine Baugrube verfüllen, dürfen Kabel und Kabelisolierungen nicht zu Schaden kommen. Damit dies gelingt, müssen Sie freigelegte Kabel auf Sand betten. Das Sandbett schützt die Kabel vor mechanischen Belastungen. Es muss mindestens 30 cm dick sein, wobei mindestens 5 cm Sand unter dem Kabel beziehungsweise der Muffe und mindestens 20 cm über dem Kabel beziehungsweise der Muffe liegen müssen. 
Der Sand selbst muss eine Korngröße von 0,06 bis 2 Millimeter (DIN 18123) aufweisen. Dabei darf kein Recyclingmaterial verwendet werden. 
Die Verdichtung muss lagenweise erfolgen. Dafür eignet sich verdichtungsfähiges Material. Die ersten 30 cm über dem Leitungsscheitel verdichten Sie von Hand. Erst darüber dürfen maschinelle Verdichtungsgeräte zum Einsatz kommen. 

Weitere Informationen haben wir für Sie in unseren Leistungsschutzanweisungen zusammengestellt.

Die Leitungstrasse ist die „Versorgungsautobahn“ vom öffentlichen Netz zum Haus. Sie wird grundsätzlich rechtwinklig, auf dem kürzesten Weg zum Gebäude hin verlegt. Da immer mal Reparaturen und Wartungsarbeiten anfallen können, braucht die Leitungstrasse eine „Rettungsgasse“: Um den Zugang sicherstellen zu können, dürfen Sie Versorgungsleitungen weder überbauen noch bepflanzen. 
Achten Sie darüber hinaus beim Anlegen Ihres Gartens darauf, dass sie tiefwurzelnde Bäume und Sträucher mit einem Abstand von mindestens 2,5 m zur Leitungstrasse pflanzen. 

Weitere Informationen haben wir für Sie in unseren Leistungsschutzanweisungen zusammengestellt.

Der Freileitungshausanschluss stellt das Pendant zum erdverlegten Hausanschluss dar. Seine Errichtung erfolgt auf dem Dachstuhl Ihres Hauses. Bauen Sie ein Fertighaus, bedarf der Freileitungshausanschluss eines Statikernachweises des Herstellers. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass der Dachstuhl für die Installation geeignet ist. 
Der Zugang zum Dach sollte grundsätzlich über eine Treppe erfolgen. Ähnlich wie bei der erdverlegten Leitungstrasse gilt auch hier: Der Dachständer muss immer erreichbar sein. Dachausstiege sind nicht für Privatpersonen gedacht, da die Gefahr besteht, mit Teilen in Berührung zu kommen, die unter Spannung stehen. Dazu gehören beispielsweise Leiterseile. 

Vorsicht ist besser als Nachsicht: Relevantes für Baufachleute

Wer in der Nähe von Leitungen hantiert, muss Sicherheitsvorkehrungen treffen. Sie dienen der Unfallverhütung und beugen Schäden an Versorgungsanlagen vor. 

Erkundigungs- und Sicherungspflicht

Für Bauausführende besteht nach geltender Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes eine Erkundigungs- und Sicherungspflicht, bevor Bauarbeiten ausgeführt werden. Dies umfasst die 

  • Leitungsauskunft, 
  • Leitungskennzeichnung sowie 
  • Suchschlitze.

Kontaktieren Sie uns diesbezüglich mindestens eine Wochen vor Aufnahme der Bauarbeiten per E-Mail über kundencenter@pfalzwerke-netz.de

Markierungen anlegen und Legetiefen beachten

Kennzeichnen Sie den Trassenverlauf, bevor Sie baggern. Achten Sie beim Ausgraben auf die Einschlagtiefe: Im Erdreich können Kabel frei verlegt, in Rohre eingezogen oder mit Schutzhauben aus Ton, Ziegelstein oder Ähnlichem abgedeckt sein. Das schützt die Kabel allerdings nicht vor mechanischen Beschädigungen. 
In der Regel liegen Erdkabel in einer Tiefe von 60 und 120 cm. Gasleitungen befinden sich meist 60 cm unter der Erdoberfläche, Wasserleitungen etwa 100 bis 150 cm. 
Finden Sie Warnbänder, Abdeckungen, Kabel oder Rohrleitungen an Stellen, die Ihnen von uns nicht genannt wurden, unterbrechen Sie Ihre Arbeit sofort und informieren Sie uns. Erst nach Klärung mit der Pfalzwerke Netz AG können Sie Ihre Arbeiten wieder aufnehmen. 

Freilegen von Kabeln und Rohrleitungen

Setzen Sie Baumaschinen nur so ein, dass eine Beschädigung oder Beeinträchtigung von Leitungen ausgeschlossen ist. Müssen Leitungen freigelegt werden, darf dies nur durch Handschachtung erfolgen. Achten Sie darauf, dass Sie hierfür unbedingt stumpfe Geräte benutzen. 

Beschädigen Sie eine Leitung, melden Sie dies unverzüglich an uns über unsere Notfallnummer 0800/797 77 77.

Weitere Details finden Sie in unserem Merkheft für Bauleute. 

Vorsicht bei blanken Freileitungen

Während isolierte Freileitungen ausreichend Schutz gegen ein zufälliges Berühren bieten, müssen Sie beim Arbeiten nahe blanker Freileitungen zwingend einen Sicherheitsabstand einhalten. Denn zufälliges oder unachtsames Berühren von unter Spannung stehenden Teilen kann zu schweren Verletzungen bis hin zum Tode führen. Sollen Arbeiten in der Nähe blanker Freileitungen stattfinden, müssen die Leitungen vor Beginn der Arbeiten mit Gummileisten an den Seiten isoliert und die Isolatoren mit spannungsfesten Gummitüchern eingepackt werden. 
Sie brauchen professionelle Unterstützung bei Arbeiten an Ihrer Freileitung? Unser Serviceangebot für Freileitungsarbeiten finden Sie hier.

Relevante Downloads

Bauherrenmappe

Leitungsschutzanweisung

Merkheft für Bauleute

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